Der Große Preis von Korea

Wieder einmal vom deutschen Architekten Hermann Tilke geplant, war die neue Strecke in Asien eine klassisch angelegte Piste mit allen relevanten Sicherheitsvorkehrungen, die dem Standard von 2010 entsprachen. Voraussichtlich deshalb, weil die Strecke noch immer nicht fertiggestellt war. Bereits vor seiner Premiere kam die Strecke aber auch schon in Kritik und geriet gelegentlich in die Schlagzeilen. So wurde Tilke vorgeworfen, ewig die gleichen, langweiligen Kopien von Streckenverläufen zu produzieren. Alles sei ähnlich, nichts spektakulär. Schmalere Stücke wurden ebenso gefordert wie ineinander übergehende Kurven und Bodenwellen. Die asphaltierten Auslaufstrecken sind inzwischen auch nicht mehr sehr beliebt.

 

Wie sieht das der große Chef?

Bernie Ecclestone, Chef der Formel 1, hielt dennoch an seiner neuen Kreation fest und vertraute seinem deutschen Architekten. Es ist ein Vertrag bis 2016 mit Korea unterschrieben worden, der 5 weitere Rennjahre als Option bereithält. Das Konzept Ecclestones, die Strecken nach oder in Asien auszuweiten, bleibt damit nach wie vor bestehen. So soll auch Indien demnächst in den Rennkalender aufgenommen werden. Was sich der eigensinnige Megachef ansonsten in Sachen Streckenplanung offenhält, bleibt sein Geheimnis und das seiner Vertrauten. Es kann aber davon ausgegangen werden, dass er auch weiterhin an seinen zuverlässigen Mitarbeitern, darunter eben auch Tilke, festhält.

 

Die Sicherheitsfrage

Bei allen begründeten und unbegründeten Vorwürfen für das neue Tilkedrom, wie es oft schon genannt wurde, darf man aber nicht vergessen, dass in erster Linie die Sicherheit der Fahrer und nicht der Spaß der Zuschauer im Vordergrund steht. Es kann deshalb niemand verlangen, Kurven absichtlich gefährlicher oder enger zu gestalten, wenn spektakuläre Unfälle die Folge sein könnten. Auch die Auslaufzonen aus Asphalt haben ihre sicherheitsbedingte Berechtigung.

Vielleicht werden wir in Zukunft eher mit übersichtlicheren Tribünen beglückt, die uns erlauben, das Rennen einmal fast in seiner Gänze zu sehen, als mit halsbrecherischen Schikanen oder schanzenähnlichen Bodenwellen.